Unser Markt

Jürgen Deutscher

Jürgen Deutscher lächelt in die Sonne, die auf seine Äpfel in der Auslage vom Obsthof Deutscher scheint. „Der Frühling ist schon da“, sagt er zufrieden. Auch er gehört wie Heeses zu den „Urgesteinen“ des Marktes. Kälte, Wind und schlechtes Wetter machen dem Obstzüchter nichts aus, freitags ist Jürgen Deutscher auch auf Unter den Linden zu finden. Sein Obst aus dem eigenen und wie er betont „umweltverträglichen“ Anbau ergänzt er mit Gemüse und Feldsalat sowie Eiern. „Ein reichhaltiges Angebot - alles lecker, alles frisch“, wirbt er für seine Direktvermarktung, bevor er am Fleischerei-Stand gegenüber erstmal die Wurst kostet. „Jedes Wochenende mache ich das“.

Petra & Thorsten Heese

„Kaufen wir auch Pflaumen?“, fragt der kleine Steppke. „Schätzchen, die gibt es doch jetzt noch nicht“, antwortet die Mama. Samstagmorgen auf dem Frischemarkt am Werder-Park in Werder (Havel). Es ist Februar, es ist kalt. Aber mit den ersten zaghaften Sonnenstrahlen kommen immer mehr Käufer auf den einzigen Frischemarkt der Stadt. Petra und Thorsten Heese vom Obstbau Heese sind schon seit halb 7 hier, an ihrem Stand gibt es wie immer Äpfel und Birnen aus eigenem Anbau. „Später kommen noch unsere Erdbeeren, Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren dazu“, berichtet Petra Heese. „Und natürlich Pflaumen“, lächelt sie und der kleine Steppke ist zufrieden. Mit seiner Mama gehört er zur Stammkundschaft des Heese-Standes und offensichtlich sind ihm die leckeren Pflaumen aus Glindow bestens im Gedächtnis geblieben.

Ralf Becker

Bei Ralf Becker gibt es aber nicht nur Wurst. Aus der Beelitzer Fleischerei Becker, die bereits seit 1874 Fleisch und Wurst aus eigener Schlachtung und Fertigung herstellt, kommt nur frischeste Ware, wie Ralf Becker sagt. „Samstags rufe ich an, Montags wird abgeholt und geschlachtet, unter der Woche wird verarbeitet, samstags wird verkauft“, umschreibt er seine Arbeitswoche. „Und wenn ich sage, dass die Tiere, die wir verarbeiten, aus der Region kommen, dann meine ich, dass ich nicht weiter als eine halbe Stunde fahre! Das ist regional!“ Am Stand auf dem Frischemarkt in Werder gibt es für hungrige Menschen auch ein heißes Würstchen und für hungrige Hunde einen Eimer mit für Vierbeiner äußerst leckeren Angeboten aus der Schlachtung. Bei Ralf Becker können auch Bestellungen für Spanferkel abgegeben werden.

Markus Teige

Markus Teige am Stand nebenan verkauft für die Familie Ullrich Schmidt OHG aus Beelitz ausgesuchte Kaninchen- und Lammspezialitäten aus der eigenen Produktion. Aber auch Kalbfleisch und Geflügel liegen in der Auslage. „Hier, diese Kaninchen-Rouladen sind derzeit der Renner! So zart! Oder hier - die Suppenhühner - super Brühe, viel Fleisch“ - da man kann nicht widerstehen, der Mann versteht seinen Job. Zur Grillsaison kommen noch beispielweise Kaninchenbratenzöpfe ud Kaninchenbratwurst dazu. „Mal was anderes, und die Kaninchen kommen alle aus artgerechter Haltung“, verweist Markus Teige darauf, dass der Betrieb sehr darauf achtet, wo die Tiere herkommen und wie sie gehalten werden. „Wer zertifiziertes Bio-Fleisch bevorzugt, kann das gern bei mir bestellen, ebenso unseren Partyservice.

Jörg Trautvetter

Jörg Trautvetter bietet viele unterschiedliche Honigsorten an. Der gelernte Imker hat seine Bienenvölker u.a. in Ketzür, Klein Kreutz oder der Mötzower Landstraße in Brandenburg. „Naturrein mit einem niedrigen Wassergehalt und aus der Region“ beantwortet der Wanderimker die Frage auf die Besonderheiten seiner Produkte. Trautvetter hat die Lieblingssorten immer dabei: „Robinie oder Akazie, wie die meisten sagen, wird gern gekauft“. In der Reihe der Gläser am Stand fällt auf: Der Obstblüten-Honig schimmert zwar goldig aber nicht flüssig durch das Glas. Was macht man da? Ein heißes Wasserbad? „Ich empfehle immer, das Glas auf die Heizung zu stellen“, sagt der Fachmann. Denn das Festwerden des Honigs ist ein natürlicher Vorgang bei jedem Honig. Der eine wird schneller, ein anderer langsamer fest. Im Honigglas bilden sich dabei Traubenzuckerkristalle - man nennt das „kandieren“. Die Qualität wird dabei nicht beeinflusst, auch die Vermutung, dass es sich um zugesetzten Weißzucker handelt, stimmt nicht.

Auch ein kosmetisches Produkt hält Jörg Trautvetter auf dem Frischemarkt bereit: Eine Hautcreme mit Gelee Royale. Diese im Gegensatz zu ähnlichen Produkten kostengünstige Creme kennen vielleicht noch einige aus „DDR-Zeiten“. Sie ist für Frauen und Männer geeignet.

Gerhard Bertz

Pinova-Äpfel, Kartoffeln und Eier bietet Gerhard Bertz aus Emstal an. Bertz hat hier schon verkauft, als der Markt noch „provisorisch“ war. „Meine eigenen Kartoffeln und Äpfel haben nur bis Weihnachten gereicht“, erzählt er. Darum kauft er jetzt dazu. Aber die frischen Eier von den eigenen Hühnern haben hier einen besonderen Ruf und viele Stammkäufer.

Günter Scholder

Gleich neben Gerhard Bertz gibt es auch Kartoffeln - Probleme haben die Händler untereinander damit nicht. Im Gegenteil, von Stand zu Stand wird gescherzt. Und so wird Günter Scholder gleich als „Kartoffelkönig“ tituliert. Der wehrt ab: „Ich bin doch nur der Knecht!“, sagt er. Aus Niedergörsdorf- Wölmsdorf, also aus dem Fläming, kommen die Kartoffeln, die nicht nur die Werderaner besonders schätzen. Helga und Günter Scholder bauen die beliebten Erdäpfel auf mehr als zwei Hektaren an. Das Geheimnis ihres Erfolges liegt in der Sorte: „Die Adretta ist mehlig und schmeckt lecker. Aber die gibt es kaum noch, weil der Ertrag nicht so groß ist“, erklärt Günter Scholder. „Die Arbeit macht sich die Kartoffel-Industrie nicht, die will nur hohe Erträge“. Die Arbeit, die sich Helga und Günter Scholder machen, wird aber honoriert - die Kundschaft kommt aus Werder, Potsdam und Berlin mit großen leeren Taschen und kauft die Adretta.

Karsten Beck

Ausschließlich Bio-Eier kommen vom Geflügelhof Karsten Beck aus Großdemsin. Vater Dietrich Beck steht hier in Werder auf dem Frischemarkt und ist stolz auf die Firma: „Freitagmittag gelegte Eier sind samstags hier auf dem Mark. Frischer gehts nicht“. Käfighaltung gibt es für die 3000 Hühner in zwei großen Ställen im Familienbetrieb nicht. Und Bio heißt ja nicht, dass es sich nur um ein Dutzend Hühner handelt. Bio-Betriebe werden streng kontrolliert, da müssen sich die Kunden keine Sorgen machen. Und auch hier - wie bei eigentlich fast allen Standbetreibern auf dem Frischemarkt - kann er sich auf die Stammkundschaft, die auch weite Wege für den Einkauf in Werder in Kauf nimmt, verlassen.

Paul Letz

Einen 2000 Quadratmeter großen Garten hegt und pflegt Paul Letz aus Geltow. Der gelernte Landwirt bietet hauptsächlich Blumen an. „Jetzt gibt es ja noch nicht so viel“, zeigt er auf Forsythien und Birkenzweige. Und deshalb liegen auf seinem Tisch auch Kartoffeln, Äpfel und Zwiebeln. Im Frühling und Sommer kommen dann Mandelröschen, Bartnelken, Dahlien, Astern und weitere Gartenschätze dazu. Auch Paul Letz ist seit vielen Jahren auf dem Markt an der Strengbrücke. „Der Markt hält jung!“ lacht er - und die Liebe zu Blumen eben auch.

Fred Suhle

Aus seinen Gewächshäusern in Brandenburg kommen die Blumen aus dem Gartenbaubetrieb Fred Suhle. Auf 300 Quadratmetern wachsen da jetzt Tulpen oder die derzeit so beliebten langstieligen Alpenveilchen, die sich gut als Strauß binden lassen. Weitere Blumen - Fresien, Rosen, Nelken - kauft Fred Suhle dazu, um das Angebot auch im Winter bunt zu halten. Zur Beet- und Balkonsaison kommt das größte Angebot wieder ausschließlich aus eigener Produktion. „Dann wird es immer bunter!“, lacht er. Tipps und Tricks für die Pflege gibt Gärtner Suhle der Kundschaft gern mit auf den Weg.

Frank Volkstädt

Eine sehr große Schnittblumen-Blumen-Auswahl und ein festes Haus hat Frank Volkstädt auf dem Frischemarkt. Der Inhaber von Blumen-Volkstädt betreibt auch den Blumenladen in Geltow neben dem Fleischer an der B1. Anders als die Direktvermarkter, die nur am Wochenende hier verkaufen, ist sein Geschäft außer an Feiertagen täglich von 8 bis 18 Uhr, samstags bis 15 und sonntags bis 12 Uhr geöffnet. Von den Kunden wird auch hier die persönliche Ansprache und die immer frische Ware geschätzt. Die schönen Sträuße werden von zwei Mitarbeiterinnen nach Wunsch gebunden. Bestellungen sind natürlich möglich. „Die Beetpflanzen, die demnächst wieder im Angebot sind, kommen von den Gärtnern aus der Region“, sagt Frank Volkstädt, der auf Bestellung auch für Hochzeiten oder Beerdigungen arbeitet. „Das gehört natürlich zu unserem Angebot“, sagt Volkstädt und verweist auf die gute Zusammenarbeit mit dem Beerdigungsinstitut Küken.

Sabine Benthin

Die Nase weist den Weg an die Käsetheke. Die Auswahl bei Sabine Benthin ist so groß, dass die Wahl zur Qual wird. Bei „Bert’s Käsespezialitäten“ aus Groß Kreutz hat die Inhaberin kaum eine Pause. In mitgebrachte Flaschen wird leckere Buttermilch gefüllt, Butter über den Tresen gereicht

und während der Kaufberatung erhalten weitere Kunden eine kleine Käsekostprobe. Bergkäse, Ingwerkäse, Esrom, Südtiroler, Olive- Knoblauchkäse, Pesto- oder Brennnesselkäse - für jeden Geschmack ist etwas dabei. „Internationale Käsespezialitäten haben wir, von Ziege, Schaf und Kuh“, verweist Sabine Bethin auf die Herkunft aus Ländern wie Holland, Italien, Spanien oder Frankreich. Für ein Gespräch findet die freundliche Chefin mit Herz immer ein bisschen Zeit und so erfahren auch die anderen Kunden von einer Käuferin, dass genau dieser Frischkäse am besten mit Honig schmeckt und ihr Highlight auf dem Frühstückstisch ist. Auch Bert’s Käsespezialitäten sind bereits seit der Wende hier auf dem Markt zu finden.

Eröffnung des Frischemarktes am 11.04.2015

Ab Januar 2015 hat der Werdersche Obst-u.Gartenbauverein den Freitagsmarkt Unter den Linden und den Frischemarkt übernommen. Durch den milden Winter können wir einen guten Start verzeichnen. Am 11. April 2015 haben wir „unsere“ Märkte offiziell mit der Bürgermeisterin Manuela Saß und vielen weiteren Gästen auf dem Frischemarkt eröffnet. Wir würden uns freuen, auch Sie auf dem Frischemarkt am Werder-Park oder Unter den Linden begrüßen zu können.

Übernahme des Frischemarktes

„Der Frischemarkt“ war ja über viele Jahre ein beliebtes Thema im Rahmen der touristischen Entwicklung unserer Stadt, u.a. aber auch mit vielen schönen Erinnerungen behaftet, es steckte viel Herz in diesem Projekt.

In den 90er Jahren bis hinein in die 2005er ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, Einheimische und vor allem Liebhaber regionaler Produkte. Es fanden kleine Events statt, es gab eine kleine, aber feine gastronomische Versorgung, Sitzplätze zum verweilen.

Nach dem Betreiberwechsel war davon leider nicht viel übriggeblieben, keiner tat etwas für die Erhaltung der Attraktivität. Der Allgemeinzustand ließ zu wünschen übrig. Die Seitenränder verschmutzt, verunkrautet, ungepflegt, ansonsten ein trostloser Platz. Unser Dazutun von Seiten des Obst- u. Gartenbauvereins mit kleinen Events wie „größte Tomate“, „größter Apfel“ sollte Anregung sein für die Betreiber, aber vergebliche Mühe, man war sich selbst überlassen.

Die Erfahrungen haben uns gelehrt, es funktioniert nur, wenn eigene Kräfte mit Herz und Verstand dahinterstehen. Wir haben uns nun entschieden, den Frischemarkt in eigener Regie zu übernehmen.

Unsere Vorstellungen gehen dahin: Neugestaltung und Bepflanzung des Randes, Schaffung grüner Inseln auf dem Platz, kleine gastronomische Versorgung mit Sitzmöglichkeiten, Aufstellung eines Schau- bzw. Infokasten, ein Marktleiter als Ansprechpartner.

Jährlich wiederkehrende Events wie Frühlingserwachen, die Eröffnung der Erdbeer-, Kirsch- und Apfelsaison, größte Tomate, größter Apfel, Kirschsteinweitspucken und Adventsmarkt beleben in Zukunft unseren Markt.

Auch Kleinst-Produzenten sind auf dem Frischemarkt herzlich willkommen. Frische und Vielseitigkeit für unsere Region. Außerdem wollen wir kostenfreie Aktionstage für Hersteller heimischer Produkte anbieten - z.B. einen Käsetag, einen Thementag Öl, Wein und unsere Weinberge, aber auch Schulen könnten sich präsentieren mit Basar u.ä.

Anregungen und Wünsche nehmen wir gerne auf.